von Barbara Litterst
Die Ukraine gehörte 1922 neben Russland, Belarus und Transkaukasien (Georgien, Armenien und Aserbaidschan) zu den Gründungsmitgliedern der UDSSR. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde die Ukraine international als eigener Staat anerkannt. Auch von Russland.
Die wirtschaftlichen Schwerpunkte der Ukraine sind unterschiedlich. Im Osten gibt es viel Landwirtschaft. So werden Winterweizen, Mais, Gerste, Zuckerrüben und Kartoffeln angebaut. Im Osten gibt es viel Schwerindustrie. Die Ukraine ist reich an Bodenschätzen wie Kohle, Eisenerz, Metalle, Erdöl und Erdgas.
Die meisten Ukrainerinnen und Ukrainer sprechen zwei Sprachen: Russisch und Ukrainisch. Die offizielle Landessprache ist Ukrainisch. Sie ist Pflichtfach in allen Schulen und zunehmend auch Unterrichtssprache.
2013 steht die Ukraine an einem Scheideweg. Soll sie sich an Europa oder an Russland orientieren?
Der Streit verschärft sich, als der Protest der proeuropäischen Maidanbewegung von der russlandfreundlichen Regierung brutal niedergeschlagen wird. Das löst eine landesweite Revolution aus und der Präsident Janukowytsch muss das Land verlassen.
Im Gegenzug kommt es zur Annexion der Krimhalbinsel durch Russland. Auch im Osten sagt sich die mehrheitlich russisch sprechende Donbass-Region (Luhansk und Donezk) von der Ukraine los.
Unmittelbar vor dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 erklärt Russland diese Gebiete zu eigenständigen Staaten.
Seit Kriegsbeginn sind nun mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Der Großteil der Geflüchteten sind Frauen mit Kindern. Sie mussten auf Grundlage der EU-Massenzustromrichtlinie kein Asylverfahren durchlaufen. Ihr Status ist dadurch bis März 2027 geregelt.
Ukrainische Geflüchtete, die nach dem 1. April 2025 eingereist sind, unterliegen dem sogenannten Rechtskreiswechsel. Das bedeutet, dass sie nicht mehr Bürgergeld vom Jobcenter erhalten, sondern Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.
Außerdem wird durch den Wechsel der Zuständigkeit der Zugang zu Integrationskursen erschwert. Studien belegen jedoch, dass der erfolgreiche Abschluss eines Integrationskurses die Chance auf eine Erwerbstätigkeit deutlich erhöht.
Der Anteil der Geflüchteten, die in Deutschland eine Arbeit gefunden haben, stieg seit 2022 stetig an. Ende 2025 gingen 50% der arbeitsfähigen Ukrainerinnen und Ukrainer einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach.
Mehr als 220.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine werden an deutschen allgemein- und berufsbildenden Schulen unterrichtet. Mehr als die Hälfte der Lernenden nehmen zusätzlich online am Unterricht an ihrer ukrainischen Heimatschule teil.
Eine große Herausforderung besteht in der Anerkennung der unterschiedlichen Schul- und Hochschulabschlüsse. Dabei gilt es, Klippen der deutschen Bürokratie erfolgreich zu umschiffen. Eine leichtere Anerkennung und wirksamere Förderung, beispielsweise durch Sprachkurse, könnte das hohe Bildungspotenzial der Geflüchteten für den deutschen Arbeitsmarkt besser nutzbar machen und so einen guten Weg aus dem Fachkräftemangel in allen Branchen darstellen.
Literatur zum Thema
1.Mediendienst Integration
2.Table Briefings von Table Media
3. bpb- Bundeszentrale für politische Bildung
