
Vorwort
Migration gehört seit den Anfängen der Stadtgeschichte zu Menden. Über 750 Jahre hinweg haben ganz unterschiedliche Menschen die Stadt geprägt, mit ihr gelebt und sie durch ihre Erfahrungen, Hoffnungen und Lebenswege bereichert.
Diese Webseite lädt dazu ein, die Migrationsgeschichte Mendens als Teil einer langen und vielschichtigen Stadtentwicklung zu entdecken. Von der Stadtgründung im Jahr 1276 über jüdisches Leben im 17. Jahrhundert, Sinti im 18. Jahrhundert und protestantische Zuwanderung im 19. Jahrhundert bis hin zu Vertriebenen aus den Ostgebieten, Gastarbeitern, Menschen aus der DDR, aus Iran, aus dem ehemaligen Jugoslawien, Spätaussiedlern sowie Geflüchteten aus Syrien und der Ukraine im 20. und 21. Jahrhundert zeigt sich: Menden war immer wieder Ankunftsort und Heimat – auf Zeit oder auf Dauer.
Die im Projekt zusammengestellten Inhalte machen deutlich, wie eng lokale Geschichte und Migration miteinander verbunden sind. Sie erinnern daran, dass Wandel, Bewegung und kulturelle Vielfalt keine Erscheinungen der Gegenwart sind, sondern die Geschichte Mendens seit Jahrhunderten mitgestalten.
Wie kommt man auf die Idee, einen Zeitstrahl mit Migrationswellen in Menden zu erstellen? Für den Treff Alt Menden liegt das nahe, hat er doch täglich mit Menschen zu tun, die nach Menden zugewandert sind. Dabei wird deutlich, dass es solche Migrationsbewegungen schon seit Jahrhunderten gibt und viele Zugewanderte sowie ihre Nachkommen heute selbstverständlicher Teil der Stadtgesellschaft sind.
Integration – das zentrale Ziel der Begegnungsstätte – ist im Laufe der Geschichte vielfach gelungen, manchmal jedoch auch gescheitert oder durch äußere Umstände unterbrochen worden. Dieses Projekt greift bewusst unterschiedliche Perspektiven auf und richtet den Blick auf Zuwanderung aus verschiedenen Regionen Deutschlands, Europas und der Welt.
Die Inhalte dieses Projekts erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder wissenschaftliche Objektivität. Sie basieren auf vielfältigen Quellen: auf Literatur, Recherchen im Stadtarchiv und Einwohnermeldeamt, historischen Dokumenten sowie auf Gesprächen mit Zeitzeugen, Nachkommen und Vertretern verschiedener Bevölkerungsgruppen. Viele Beiträge sind subjektive Berichte, Erinnerungen oder Interviews, die persönliche Einblicke ermöglichen.
Die Auswahl und Gestaltung der Beiträge erfolgte bewusst offen und arbeitsteilig. Bürgerinnen und Bürger Mendens sowie Mitarbeitende des Treffs Alt Menden haben ihre eigenen Zugänge in verschiedenen Darstellungsformen eingebracht.
Die grafische Darstellung des Zeitstrahls führt durch die Jahrhunderte und macht sichtbar, wann verschiedene Gruppen nach Menden kamen. Ergänzende QR-Codes verweisen auf vertiefende Inhalte wie Hintergrundtexte, persönliche Geschichten, Bilder und weitere Materialien.
Mit diesem Projekt – auch im Rahmen des Jubiläums „750 Jahre Stadt Menden“ – möchten wir dazu beitragen, die Bedeutung von Migration für die Stadt sichtbar zu machen, Erinnerungen zu bewahren und das Verständnis für historische Zusammenhänge zu stärken. Zugleich soll der Treff Alt Menden als Ort der Begegnung weiter bekannt gemacht und als wichtiger Bestandteil des städtischen Lebens wahrgenommen und unterstützt werden.
Denn die Geschichte Mendens ist immer auch die Geschichte der Menschen, die hier angekommen sind – und die unsere Stadt bis heute mitgestalten.
Autoren: Marika Eggers und Heinrich Grote
