Stadtgründung  Menden

Menden im Sauerland spielte schon im frühen Mittelalter eine wichtige Rolle in der Region. Die Siedlung stand zunächst unter dem Einfluss kirchlicher und herrschaftlicher Strukturen des Erzstifts Köln und lag in einem Gebiet, das auch für die Entwicklung Hemers von Bedeutung war. Hemer wurde bereits 1072 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte ursprünglich in den kirchlichen Zusammenhang der Urpfarre Menden, bevor es sich 1124 löste. Damit waren beide Orte über lange Zeit eng miteinander verbunden, auch wenn sie sich später unterschiedlich entwickelten.

Um 1250 wird Menden erstmalig als „Villa munita“ – befestigte Ortschaft – erwähnt. Zu der Zeit ließ Ritter Goswin von Rodenberg eine Burg errichten, die Rodenburg. Diese Anlage war nicht nur ein Wohnsitz, sondern vor allem ein Herrschafts- und Sicherungspunkt über den Ort und das Umland. Goswin stand als Lehnsträger in einem engen Verhältnis zum Erzbischof von Köln und war eine wichtige Figur in der regionalen Machtordnung. Die Rodenburg wurde damit zu einem Symbol der frühen politischen Bedeutung Mendens.

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mögliches Aussehen der Burg
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Ruine der ehemaligen Rodenburg
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Menden um 1400

Quelle: Zeit – Chronik der Burg Rodenberg von Heinz Hammerschmidt Nov. 1992

Im Jahr 1276 erscheint Menden dann erstmals ausdrücklich als Stadt. Diese Nennung steht im Zusammenhang mit einem größeren Herrschaftswechsel, denn der Erzbischof von Köln übernahm in dieser Zeit die Rodenburg samt Vogtei- und Freigrafschaftsrechten. Dadurch wurde die Stellung Mendens rechtlich und politisch gefestigt. Die Stadterhebung war also nicht nur ein formaler Akt, sondern Teil einer Entwicklung, in der Burg, Herrschaft und Stadt enger zusammenrückten. Menden wurde in dieser Phase stärker in die kölnische Landesherrschaft eingebunden und erhielt damit eine neue Bedeutung als befestigter und verwalteter Ort.

Die geschichtlichen Zusammenhänge des späten 13. Jahrhunderts waren von Konflikten zwischen dem Erzstift Köln, der Grafschaft Arnsberg und der Grafschaft Mark geprägt. Menden lag in einem Raum, in dem Macht, Besitz und militärische Sicherung eng miteinander verbunden waren. Wiederholte Zerstörungen zeigen, wie umkämpft die Region war. Gerade deshalb waren die Rodenburg und die Stadtrechte für Menden so wichtig: Sie sicherten den Ort nicht nur nach außen, sondern stärkten auch seine innere Ordnung und seinen politischen Rang. Menden und Hemer gehören damit zu derselben historischen Landschaft, deren Entwicklung im Mittelalter stark von kirchlicher Herrschaft, Adel und regionalen Machtkämpfen geprägt war.

wappen der von rodenburgs
Wappen derer von Rodenbergs (Wappenbuch des Westfälischen Adels)
20260729 ritter goswin

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